Obervogtland

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Historisches

 

Region Vogtland allgemein

Die rauhe Klima, die undurchdringlichen Wälder, wilde Tiere und hohe Niederschlagsmengen in den Höhenlagen verhinderten eine frühzeitliche Besiedelung dieser Gegend. Einige Namen von Flüsse wie Wiltzsch im Osten und Göltzsch im Nordosten im Übergang zum Erzgebirge, sowie Zwota zeugen von sorbischem Einfluss durch Menschen des Mittelalters, die die Wälder durchstreiften. Später kamen Erzsucher aus dem Norditalienischen, sogenannte Wahlen. Es wurde von Bergbau um Kottenheide und Goldfunden im Raum Kottenheide - Göltzschtal berichtet. Urkundlich wird die Kammlandschaft um Gottesberg im 15. Jahrhundert als ältestes Bergbaugebiet verzeichnet. Hier wurde Zinngestein abgebaut. Nach 1500 entstanden in den Seitentälern der Zwickauer Mulde Schürfstellen und Bergwerke, die Eisen und Zinn föderten. Als im 17. Jahrhundert die Ergibigkeit im unteren Erzgebirge nachließ, erfolgte die Besiedelung gerbirgsaufwärts. An der westerzgebirgischen Mundart im sogenannten Waldgebiet, zu dem Klingenthal und Umgebung zählt, kann man dies heute noch erkennen. Viele Berg- und Hüttenwerke arbeiteten nur kurze Zeit, anders in Morgenröthe. Hier wurde bis 1874 Erz produziert, die Gießerei fiel 1968 einem Großfeuer zum Opfer. In Gottesberg wurde bis 1965 noch Zinnerz abgebaut. Das gesprochene Zungen-R ist ein Zeichen für oberfränkische Siedler und bis zum Gebirgskamm Mühlleithen zu finden.

Neben dem Bergbau war vor allem der Wald von besonderem Interesse. Für die Hütten und Hamemrwerke wurde zum Befeuern Holz und Holzkohle benötigt. Es entstanden kleine und größe Köhlerien, die die Holzkohle lieferten. Durch einen steigenden Bedarf von Holz für die Niederlande, den Raum Leipzig / Halle (Salzsiederei Halle) errichtete man die Elsterflößerei, die ihren Holzbedarf aus den Wäldern um den Kiel bezog. Die beiden Floßteiche nahe Mühlleithen und der Floßgraben von dort über Muldenberg bis zu den Flüssen, die das Holz bis in jene Regionen transportierten, kann man heute noch die gut die Bedeutung für die damalige Zeit erkennen. (Kiel - Mulde - Göltzsch - Weiße Elster - bis Leipzig/Halle). Die Flößerei wurde fast 300 Jahre lang betrieben und war ein bedeutender Weirtschaftszweig. Später wurde für die zunehmende Besiedlung auch hier vermehrt Holz benötigt und so entstanden viele Sägewerke.

 

Klingenthal

Der Name "Klingenthal" kommt einer Sage nach von einem Hammerherren aus Schwarzenberg namens Nikol Klinger (1603), der eine Ansiedelung gegründet haben soll. Das Wort "Klinge" bezeichnet aber auch ein tief eingeschnittenes Tal.

Klingenthal wurde erstmals 1602 im Schönecker Kirchenbuch erwähnt. Der "Höllhammer" war ein Hammerwerk, der 1591 von Sebastian Köppel errichtet wurde, um die Erzvorkommen zu erschließen und weiterzu verarbeiten. Es waren hauptsächlich Hammerschmieder, Bergleute und Köhler, die sich damals ansiedelten. 1628 wurde das Hammerwerk durch einen Brand zerstörtund nicht wieder aufgebaut.   

Im 17. Jahrhundert führten böhmische Einwanderer den Geigenbau ein. Ab 1716 gab es eine Geigenmacherinnung, ab dem 18. Jahrhundert kamen Bogermacher und Saitenmacher hinzu als auch Holz- und Blasinstrumentenbauer. Und 1829 kam der Bau von Mundharmonikas dazu und 1852 die Herstellung der Handharmonikas, des späteren Akkordeons. Im 19. Jahrhundert stieg die Produktion der Harmonikas stark an, die der älteren anderen Instrumente ging zurück.   

 

die alte Schule

Gaststätte "Alte Schule" am Marktplatz - eines der ältesten Häuser Klingenthals.

Klingenthal erhielt 1919 das Stadtrecht. 1952 wurde der Kreis Klingenthal gegründet. Mit der Kreisreform 1996 gehört Klingenthal zum Vogtlandkreis