"Wenn Mutter Waschfest hot" von Hans Wild
Eh die Feiertoog komme, dös waaß jeder Mah,
do lief er am liebstn gleich auf on devah.
Die Fraa, ach du liebe Zeit, hot die ihrn Trasch,
die waaß net wohie ond wo na vo de Rasch.
Oem die Zeit steht be dere kaa Steckn grod.
Kaa Wort kah ma redn, dös kriegt ma oft soot.
Do is scho gut, ma kömmt ihr net öns Geheg,
denn die is sich weiß Gott oft selber ön Weg.
Ond alle Ried härt ma se seufzn ond soong:
"Der Dreck, naa, der Dreck, suviel Dreck kah kaans hom!"
Nix blabt a sein Fleckl, naa, alles muß weg,
ond überoll sieht se ond fönd se när Dreck.
Dös rompelt ond poltert ond huscht hie ond her,
wie wenn's drönne'n Stübel net ganz richtig wär.
Von Schrank müssn Schüsseln ond Töpp alle raus,
die Vorhangle ronter, es Kannapee naus.
Die Betten wer'n glüft ond die Decken gekloppt.
Es Rohr is voll Ruß, ond dr Ufn verstoppt.
Dorch de Fenster kah se ball nömmer dorchseh.
Oen de Stubnecken fönd se nuch Spönnewee.
A de Uhr werd römmgfommelt su lang, bis se steht.
Die Türn wer'n ogsaaft, deß dr Lack mit fortgeht.
Dr Besen, dr Hader flieng kreiz ond dequer,
ond wo die net raang, muß die Worzelbörscht her.
Ond alle Ried härt ma se seufzn ond soong:
"Der Dreck, naa, der Dreck, suviel Dreck kah kaans hom!"
Ze setter Zeit is dr Mah ebn zeviel.
Der is stets ön Weg, er kah sei, wo er will.
"Geh weg do - stell Dich nüber", su gehts ön aan fort.
"Bleib sitzn, siehst net, deß ich gewaschn ho dort?
Tu die Baa weg - ruck hönter - kännst die Vorhäng rotah,
es greift doch jeds Mannsen en Augnblick mit na.
Eich Männern, eich muß ma aa alles noochtroong,
die Liederlichkeit, dös is net ze soong.
Die Pfeif ond dr Tobak ham aa do kaan Fleck,
dös is Sudelei, dös tust emol weg.
Kännst überhaupt aufhärn mit der Qualmerei,
der Gstank on der Brudel braucht net ze sei.
Von früh bis nacht werd gepafft ond gepufft.
Verraachert die Vorhäng, bläst's Geld ön de Luft.
Wo käm mer denn hie, dös därfst net vergessen,
wenn ich tät egal Schokelade fressen.
Die Vögelzucht, die hau ich aa scho nuch naus,
dös sieht be ons egal wie Hühnerstall aus.
Die Maad dös is aa e setts liederlichs Döng,
ön jeder Eck liegt vo den Mensch e wos röm.
Wos ho ich scho gepredigt, dös Könd machts aan schwer.
Die mog när net heiern, dös gäb a Malheur.
Wos die Maad nuch aufraamt, läßt dr Boß bestimmt liegn.
Oen den is kaa Ordnung neizekrieng.
No freilich, dr Aeppel fällt net weit von Stamm,
dr Boß ond dr Alte, die passen scho zsamm!"
Dozu kömmt nuch die Backerei,
ond eikaaft muß wer'n aa nuch dronternei.
No do erst, do kah ma vielleicht erst e wos härn,
do müßtn die Hannler allezamm eigsperrt wer'n.
Es Fleisch is ze moger, ze knapp is es Gwicht.
Die Worscht is aa, wie wenn se scho e weng riecht.
Es Brot is versalzen, oft is aa ze lönn.
Die Butter is ranzig, die Millich ze dönn.
Die Kuchn sei wie Bretle, ze flach ond ze hell.
Dr Taag net soot gwörkt, 's war aa kaa guts Mehl.
Ond die Preis, naa die Preis, es is net zu bezohln,
die Leit wissen net, wos se verlange solln.
Su lang se römbuhlt, sulang speißelt die Fraa.
Es werd kaans verschunt, es kömmt jeds emol drah.
Sie maants ober net su, maants aa net schlecht,
ond mir wollns ruhig zugehm, sie hot oft emol recht.
Wenn die Feiertoog do sei, sitzt ön Stübl, blitz blank,
dr Mah mit Pfeifel ond denkt: "Gott sei Dank!"