Obervogtland

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Geschichte der Musikindustrie

Klingenthal und Markneukirchen sind auch als der "Musikwinkel" des Vogtlandes bekannt. Markneukirchen ist das Zentrum des vogtländischen Instrumentenbaus. Sein historischer Ursprung liegt in der Einwanderung von böhmischen Exulanten im 17. Jahrhundert. Dabei waren auch Geigenbauer aus Graslitz. Sie begannen Geigen zu bauen und andere Gewerbe kamen nach und nach hinzu. Heute werden im Musikwinkel fast alle Saiten- und Blasinstrumente hergestellt. In Klingenthal werden vor allem Akkordeons sowie Blasinstrumente hergestellt. Die dominierenden Instrumente im ausgehenden 19. Jahrhundert waren "Quetschkommode" und "Maulhobel". Damals war die Region ein Weltzentrum des Musikinstrumentenbaus. Im Jahre 1913 zum Beispiel liferte das Vogtland drei Viertel des Weltbedarfs an Saiten, mehr als die Hälfte der Harmonikas und ungefähr zwei Fünftel an Streich- und Zupfinstrumenten. Es gab mehr als 100 Stadtorte, wo Instrumente hergestellt wurden. In der Branche gab es 1871 noch ca. 1000 Beschäftigte, 1928 aber schon ca. 10000, bei 19000 Einwohnern im Gebiet Klingenthal. Durch industrielle Fertigung konnten 1929 in Klingenthal 30 Mio Mundharmonikas und 600000 Akkordeons (Balken) hergestellt werden. 1961 bis 1985 wurden viele Harmonikabetriebe zu den Klingenthaler Harmonika Werken (KHW) zusammen geschlossen. Hier entstand auch der Markenname "Weltmeister". In den 70er und 80er Jahren des letzen Jahrhunderts waren auch Spielzeug-Instrumente für Kinder, wie "Triola" und "Coco" sehr beliebt. In Markneukirchen befindet sich ein Musikinstrumentenmuseum, das 1886 gegründet wurde und seit 1941 im alten Bürgerhaus "Paulusschlössel" untergebracht ist. Dort sind 1500 Stücke aus allen Zeiten und von allen Orten der Welt. Im 19. Jahrhundert entstanden außerdem eine Reihe von Musikschulen. Auch heute noch produziert die Firma C. A. Seydel Söhne Mundharmonikas als älteste der Welt.